Informationen für ärztliche Bewerber und Studierende

Ausbildung bei uns

Weit verbreitete Vorstellungen über kleine Krankenhäuser sind,

  • dass weniger Funktionen auf hohem qualitativem Niveau erlernt werden können,
  • dass selten ausgefallene Krankheitsbilder, sondern überwiegend Pflegepatienten zu versorgen seien,
  • dass nach einer derartigen Zwischenstation der Weg zu einem Haus der Maximalversorgung oder einer Universitätsklinik versperrt bleibe.

Dies sind unbegründete Befürchtungen.

So sind z.B. unsere endoskopischen Fallzahlen in vielen Bereichen mit denen eines mittelgroßen Krankenhauses der Schwerpunktversorgung vergleichbar. Bei Interesse können auch jederzeit Schrittmacher- und ICD-Kontrollen erlernt werden (jährlich > 1.000 Kontrollen).

Zweitens werden uns in unsere ungeteilte und breit ausgelegte Internistische Abteilung nicht selten Patienten mit unklaren Krankheitsbildern bei bestimmten Fragestellungen zugewiesen, die mitunter in anderen Häusern bereits ergebnislos abgeklärt worden sind.

Schließlich bedeutet der Umstand, in einem kleineren Haus zu arbeiten nicht, dass keine Wertschätzung oder Anerkennung durch Universitätskliniken oder Krankenhäuser der Maximalversorgung zu erwarten ist, wie die Karriereentwicklung unserer Mitarbeiter zeigt: So ist der Chefarzt unserer Abteilung regelmäßig als Referent in regionalen, aber auch überregionalen Fortbildungsveranstaltungen bzw. Kongressen tätig. Er ist in standesberuflichen Gremien aktiv und auch Ansprechpartner für Selbsthilfegruppen. Regelmäßig ist er darüber hinaus als Prüfer für die Facharztprüfungen der ÄKWL Münster tätig. Gerade auf gastroenterologischem, aber auch auf diabetologischem Sektor, ist Dr. Sandmann als Ausrichter von Großveranstaltungen bekannt (unter Einbeziehen von Professoren benachbarter Universitätskliniken).

Ein Oberarzt unserer Abteilung ist Referent einer Schrittmacherfirma sowie Referent für Schrittmacherkurse der DGK, Kursleiter überregionaler Echokardiographie-Kurse der ÄKWL und der Firmen Philips und Siemens sowie Autor einer im Schattauer-Verlag erschienenen Echokardiographie-CD. Ein weiterer unserer Oberärzte hat Vorträge auf Palliativmedizin-Kursen gehalten.Insgesamt ist es für alle unserer Oberärzte selbstverständlich, sich stets weiter zu qualifizieren.

2014 erfolgte der Zusammenschluss mit dem St. Vincenz-Krankenhaus Paderborn, so dass wir seitdem eine weitere internistische Abteilung dieses Schwerpunktkrankenhauses neben den in Paderborn befindlichen Medizinischen Kliniken I und II sind.  Der oben beschriebene Charakter unserer Abteilung als nicht spezialisierte, aber breit aufgestellte allgemeininternistische Klinik wird auch in Zukunft bewusst gefördert und aufrechterhalten.  Hierdurch ist und bleibt unsere Klinik auch besonders interessant für Berufsanfänger, die zunächst ein breites medizinisches Fundament erlangen möchten, als auch für Kolleginnen/Kollegen, die den „großen Internisten“ anstreben. Dies gilt auch  für diejenigen, die eine möglichst breite Ausbildung vor einer geplanten Niederlassung (z.B. als Allgemeinmediziner) erfahren möchten.

Das St. Vincenz-Krankenhaus ist als Gesamthaus akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Göttingen. Daneben bestehen sehr gute Kontakte zu diversen anderen Universitätsabteilungen und Krankenhäusern der Schwerpunkt- und Maximalversorgung - auch im Hinblick auf eine Weitervermittlung von Weiterbildungsassistenten.

Weiterbildungsermächtigung und konkreter Ablauf der Weiterbildung:

Wir bieten Ihnen in unserer Klinik am Standort Salzkotten gemäß der Weiterbildungsordnung von 2005 folgende Weiterbildungsmöglichkeiten:

  • Basisweiterbildung Innere Medizin und Allgemeinmedizin (3 Jahre)
  • volle Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin (insgesamt 5 Jahre)
  • volle Weiterbildung zum Facharzt Innere Medizin und Gastroenterologie (insgesamt 6 Jahre)
  • Weiterbildung zum Facharzt Innere Medizin und Kardiologie (1 Jahr) 

                                            

Darüber hinaus haben Sie bei uns die Möglichkeit, die Fachkunde „Echokardiographie“ sowie „Stressechokardiographie“ sowie die Fachkunde für den Notarzt und die radiologische Notfalldiagnostik zu erwerben.

Im Gesamtklinikum St. Vincenz-Krankenhaus stehen selbstverständlich durch Rotation in den Abteilungen zusätzliche Weiterbildungsmöglichkeiten offen.

Der Stellenschlüssel von 10,75 Assistenzärzten erlaubt folgende Aufteilung:

  • 7 Stationsärzte (jeweils durchschnittlich 15 Patienten)
  • 1 Ambulanzarzt
  • 1 Intensivarzt (max. 8 Patienten)
  • Sonographie: 1/2 Stelle
  • Urlaub: parallel jeweils 2 Ärzte

Als Berufsanfänger erhalten Sie einen persönlichen Mentor und werden bei uns zunächst bei einer kleineren Bettenzahl eingeführt und angeleitet. Durch umfangreiche hausinterne Leitlinien und in 14-tägigem Turnus stattfindende CME-zertifizierte, interne Fortbildungen soll ein möglichst homogener Wissensstand aller Kollegen bewirkt werden.

Bezüglich der Funktionsdiagnostik sind wir der Auffassung, dass jeder Assistenzarzt auch im Hinblick auf die Bereitschaftsdienste Grundkenntnisse in der Sonographie, sowie möglichst auch in der Echokardiographie haben sollte. Aus diesem Grund durchläuft in unserer Klinik jeder Berufsanfänger zunächst für mindestens 6 Monate die Abdomen- und Schilddrüsensonographie-Diagnostik, wobei auch Pleura- und Aszitespunktionen erlernt werden sollen. In diesem Zusammenhang finanziert die Geschäftsführung unseres Krankenhauses DEGUM-Sonographie-Kurse mit Fremdreferenten vor Ort.

Fast alle Assistenten absolvieren die Echo-Kompakt-Kurse der Firma Philips, die vor Ort angeboten werden. Beckenkammpunktionen und ZVK-Anlagen erfolgen durch die jeweiligen Stationsärzte unter oberärztlicher Supervision. Alle Langzeit-EKGs des Hauses werden für 6 Monate reihum durch jeweils einen Assistenzarzt unter dauerhafter oberärztlicher Supervision befundet, gleiches gilt für die Bodyplethysmographien, falls erwünscht auch für Polygraphien.

Die Intensivstation wird im Rotationsprinzip durch einen fortgeschrittenen Assistenzarzt und einen Oberarzt bis 16:30h versorgt. Nachmittags erfolgt eine gemeinsame Visite mit dem diensthabenden Assistenten.

Eine Teilnahme am Rettungsdienst ist wünschenswert, jedoch rein freiwillig. Die Notarzttätigkeit ist vom Hausbereitschaftsdienst abgekoppelt und wird außertariflich sehr gut vergütet.

In unserer Klinik ist es ausdrücklich erwünscht, dass Assistenten Ösophagogastroduodenoskopien, Coloskopien und Proktoskopien oder auch die nicht-invasive angiologische Diagnostik wie auch transösophageale Echokardiographien erlernen und durchführen sollen. Bei Interesse können auch endosonographische Untersuchungen, ERCP`s oder Schrittmacher-/ICD-/Eventrecorderuntersuchungen sowie Kardio-MRT erlernt werden.

Wenn Ihr Berufswunsch die Allgemeinmedizin ist, gewährleisten wir nach der 3jährigen Basisweiterbildung im nahtlosen Anschluss eine Weiterbildung in unserer allgemeinmedizinischen Kooperationspraxis. Rotationen in die beiden chirurgischen Kliniken unseres Krankenhauses sind selbstverständlich auch vermittelbar.