Schwangerschaft

Jede Frau hat von Beginn der Schwangerschaft an bis zum Ende der Stillzeit Anspruch auf die Hilfe einer Hebamme. Das Honorar wird von den gesetzlichen Krankenkassen, dem Sozialamt oder den privaten Krankenkassen übernommen.

Die Schwangerenvorsorge beinhaltet bei normalem Schwangerschaftsverlauf drei Ultraschalluntersuchungen jeweils um die 10., 20. und 30. SSW. Diese Untersuchungen werden in der Regel von Ihrem niedergelassenen Frauenarzt / Frauenärztin durchgeführt. Sollten sich besondere Fragestellungen ergeben, können wir ergänzende oder weitere Ultraschalluntersuchungen durchführen, zu denen jeweils die fachliche Anerkennung und Ermächtigung der Kassenärztliche Vereinigung (KV) vorliegen.

Ultraschalluntersuchungen

Zu nennen sind hier:

  1. Ersttrimesterscreening (Nackentransparenzmessung und Hormonprofil),
  2. Erweiterte Organdiagnostik gemäß der DEGUM-Stufe II,
  3. Dopplersonographie,
  4. 3D/4D-Darstellung auf Wunsch.

Ersttrimestertest

Mit diesem zusätzlichen Verfahren, das nicht zu den im Mutterpass aufgeführten Routineuntersuchungen gehört, erhalten Sie ein individuelles Gesundheits- und Risikoprofil, das mit hoher Wahrscheinlichkeit über das Risiko möglicher Fehlbildungen oder Chromosomenstörungen Ihres ungeborenen Kindes informiert. Dieses einfache und komplikationslose Verfahren zur Risikoabschätzung bildet Ihre individuelle Situation ab und kann nach persönlicher Beratung durch Ihre Frauenärztin/Ihren Frauenarzt zwischen der 11. und 14. SSW durchgeführt werden. Dieser Test besteht in einer speziellen Ultraschalluntersuchung des Kindes, wobei neben der Messung der kindlichen Nackenfalte (sogen. Nackentransparenz) das Kind insgesamt genauestens untersucht wird. Gleichzeitig werden aus dem Blut der Mutter zwei Laborwerte (freies ß-HCG und PAPP-A) bestimmt. Die Kombination und Auswertung beider Untersuchungsmethoden erlaubt eine Risikoabschätzung für mögliche Fehlbildungen oder Chromosomenstörung. Diese Risikoabschätzung erlaubt zwar keinen endgültigen Ausschluss oder Beweis einer derartigen Störung, ermöglicht aber, Sie verlässlich bzgl. weiterer sinnvoller Maßnahmen im Verlauf der Schwangerschaft zu beraten.

Die Auswertung dieser Untersuchung erfolgt nach den Richtlinien der FMF-Deutschland. In dieser haben sich führende Frauenärzte, Laborärzte und Humangenetiker zusammen geschlossen. Ziel ist es, eine bestmögliche und qualitätsgesicherte Diagnostik für Mutter und Kind zu gewährleisten. Dies wird durch strikte wissenschaftliche Qualitätskontrollen von Untersuchungsmethoden in der Schwangerschaft erreicht. Weitere Informationen finden Sie im Interrnet unter: http://fmf-deutschland.info/de/.

Organdiagnostik

Wenn bei einer der normalen Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft Hinweise auf fetale Entwicklungsstörungen oder Fehlbildungen vorliegen, kann Ihr Frauenarzt/ Ihre Frauenärztin Sie zu einer erweiterten Diagnostik der Organsysteme zu uns einweisen. Von der Deutschen Gesellschaft für Ultraschalldiagnostik in der Medizin (DEGUM) liegt diese Anerkennung der erweiterten Ultraschalldiagnostik im Sinne der Stufe II vor.

Bei dieser Untersuchung werden gemäß einem vorliegenden Katalog neben einer allgemeinen Untersuchung und einer Erhebung der sogen. Messdaten (Biometrie) insbesondere die Organe auf ihre regelrechte Entwicklung überprüft (Sonoanatomie), ggf. in Verbindung mit bestimmten Durchblutungsmessungen und Farbdarstellung der Gefäße.
Bei Vorliegen schwerwiegender Organstörungen erfolgt eine ausführliche Beratung, ggf. auch Vorstellung bei Herz/Kinderchirurg zur weiteren Schwangerschaftsüberwachung bzw. Geburtsplanung.

Dopplersonographie

Die Dopplersonographie zur Darstellung und Bewertung der kindlichen Blutversorgung hat sich als wesentliche Bereicherung der sonographischen Diagnostik in der Geburtshilfe erwiesen. Seit 1995 ist die dopplersonographische Untersuchung in den Mutterschaftsrichtlinien als Verfahren zur weiteren Abklärung genannt. Es konnte wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass insbesondere bei Risikoschwangerschaften durch den Einsatz der Dopplersonographie die Zahl der vorgeburtlichen Kontrolluntersuchungen und auch die Zahl der notwendigen Geburtseinleitungen bzw. Kaiserschnitte deutlich verringert werden konnten. Wird die Dopplersonographie bei solchen Schwangerschaften mit einbezogen, reduzieren sich neben der Zahl der Geburtseinleitungen auch die Zahl der vorgeburtlichen Sauerstoffmangelversorgungen. Die Notwendigkeit einer Doppleruntersuchung ist in den Mutterschaftsrichtlinien festgelegt. Sie soll bei folgenden Befunden durchgeführt werden:

  • Verdacht auf ein nicht zeitentsprechendes kindliches Wachstum (Wachstumsretardierung),
  • durch die Schwangerschaft ausgelöster Bluthochdruck (schwangerschaftsinduzierte Hypertonie),
  • Bei Verdacht auf kindliche Fehlbildungen/kindliche Erkrankungen,
  • Mehrlingsschwangerschaft mit unterschiedlichem Größenwachstum,
  • Abklärung bei Verdacht auf Herzfehler/Herzerkrankung,
  • Auffälligkeiten der kindlichen Herzfrequenz,
  • spezifische Gefäßerkrankungen der Mutter,
  • wenn in einer voraus gegangenen Schwangerschaft ein deutlich zu kleines Kind geboren wurde oder aber ein Kindstod vorlag und wenn in einer voraus gegangenen Schwangerschaft eine sogen. Präeklampsie vorlag (Bluthochdruck mit erhöhter Eiweißausscheidung).

3D/4D

Durch diese neue technologische Entwicklung des Ultraschalls wird es möglich, das Kind - insbesondere das kindliche Gesicht - dreidimensional darzustellen und somit Entwicklungsstörungen im Bereich des Gesichtes oder auch der Extremitäten festzustellen.

Diese Methode ist z.Zt. nicht geeignet innere Organe des Kindes dreidimensional abzubilden, so dass bei den Organuntersuchungen weiterhin die bisher hoch auflösende Ultraschalldiagnostik (zweidimensional) in Verbindung mit Dopplersonographie und farbcodierter Darstellung der Gefäße zur Anwendung kommt.

Grundsätzlich bestehen bei unkomplizierter Schwangerschaft gegen kommerzielle Flugreisen keine Bedenken. Folgendes sollte jedoch beachtet werden:

Vor Antritt einer Flugreise sollte eine individuelle  Risikoabwägung beim Frauenarzt erfolgen.  Gesundheitliche Risiken sind bedingt durch Flughöhe ,–dauer und –route sowie die Immobilität.

Flüge, die über die Pole gehen haben eine höhere Strahlenexposition. Kurzstreckenflüge (< 4 h) sind besser verträglich als Langstreckenflüge. Die meisten Fluggesellschaften verlangen ein ärztliches Attest über die Unbedenklichkeit. Die beste Reisezeit ist die zwischen der 18. Und 24. SSW. Bei unkomplizierter Einlingsschwangerschaft spricht nichts gegen eine Flugreise bis zur 36. SSW. Bei unkomplizierten Mehrlingsschwangerschaften bis zur 32. SSW.

Zu empfehlen ist, sich die Beförderungsbedingungen der einzelnen Fluggesellschaften anzuschauen. Eine Versicherung für einen notfallmäßigen Rücktransport sollte abgeschlossen sein.

Vermehrt Beschwerden können auftreten bei Erkrankungen des Mittelohrs, der Nasennebenhöhlen, der Lunge und des Darmes.

Bodyscanner sind für die Gesundheit für Mutter und Kind unbedenklich.  Der durch die Höhe bedingte Luftdruckabfall, die Verbindung des Sauerstoffdruckes in der Atemluft und die Reduktion der Luftfeuchtigkeit stellen für gesunde Schwangere und ihre Kinder keine Probleme dar.   

Sinnvolle Informationen zum Thema "Essen und Trinken in der Schwangerschaft" erhalten Sie hier:

Was brauche ich?

Für den Kreißsaal

  • ein bequemes, weites T-Shirt mit kurzen Ärmeln, das den Po bedeckt
  • bei langem Haar Spange oder Zopfgummi
  • einen Bademantel oder Jogginganzug, falls Du im Flur umherlaufen möchtest
  • Schlappen oder Badelatschen
  • warme Socken
  • Labello
  • evtl. eine Thermoskanne mit Himbeerblättertee vorbereiten, kalte Getränke, wie z.B. Orangensaft oder Cola
  • Traubenzucker zum Lutschen, z.B. Dextro-Energeen mit Zitrone
  • bequeme Kleidung/Schuhe für den Partner nicht vergessen, evtl. Zahnbürste
  • wer möchte: Lieblingsduft, Lieblingsmusik, Kuschelkissen usw.
  • ein T-Shirt mit weitem Ausschnitt unter dem nach der Geburt dein nacktes Baby noch weiter mit dir kuscheln kann
  • Fotoapparat/Videokamera
  • Mutterpass, Versichertenkarte, Einweisungsschein
  • bei Privatversicherung vorher abklären, welche Leistungen übernommen werden

Für den Krankenhausaufenthalt

  • 5-6 bequeme Nachthemden oder Schlafanzüge, da nachts viel geschwitzt wird
  • 6-7 Baumwollschlüpfer ( weil atmungsaktiv )
  • 2-3 Still-BH´s ersatzweise große Bustiers oder normale BH´s zwei Nummern größer. Wer nicht stillt, sollte zumindest einen gut sitzenden BH mitbringen
  • Jogginganzug oder Morgenmantel
  • Schlappen/Badelatschen
  • evtl. eigenes Stillkissen
  • Kulturbeutel, Handtücher, Waschlappen
  • möglichst auf zuviel Duft verzichten, da Babies durch Gerüche schnell irritiert sind
  • Fön
  • Taschentücher
  • Uhr/Wecker
  • Stammbuch oder Geburtsurkunde der Mutter, Vaterschaftsanerkennung
  • für die Heimfahrt Sachen fürs Kind: Hemdchen, Jäckchen, Strampler, Socken, Mütze, Ausfahrgarnitur Spucktuch, Decke, Autositz
  • als Erinnerung Tagebuch, Stift und Block
  • Adressbuch, Telefonkarte/Kleingeld (im Krankenhaus ist kein Handy erlaubt)

Notwendige Anschaffungen für das Kind

  • Wickeltisch in bequemer Arbeitshöhe mit weicher Auflage
  • Kinderwagen, am besten mit festem Körbchen, dann kann das Kind die erste Zeit nur darin schlafen
  • kein zu schweres Kissen
  • Babylammfell nur für den Winterspaziergang
  • Bademöglichkeit, gerne Tummi Tub oder ersatzweise einen neuen 10l-Eimer, ansonsten eine Babywanne mit festem Ständer
  • am Anfang kann das Baby auch im Waschbecken baden
  • Badethermometer
  • Einwegwindeln (3-5kg) besser noch Stoffwindeln, dann 24-30 Stück und 2-3 Überhosen
  • 10-12 Spucktücher, Wäscheeimer, Windeleimer
  • 20 Waschlappen für den Po (es tut´s auch ein zerrissenes Laken oder T-Shirt )
  • keine Seife, keine Badezusätze, bei Bedarf ein bißchen Creme
  • 6 Hemden oder Bodies, Gr.56
  • 6 Jäckchen oder Pullover, Gr. 56
  • 6 Strampler Gr. 56 oder etwas größer
  • 2 Paar Söckchen
  • Mütze, Ausfahrgarnitur
  • eine Babydecke am besten glatt rechts gestrickt, eignet sich gut zum "Einpucken"

Alle Kleidungsstücke sollten möglichst aus Baumwolle und ungefärbt sein, mindestens 1x waschen.