Neuer Lebensmut für Mursal

St. Vincenz-Krankenhaus operiert kleines Mädchen aus Afghanistan

Im Frühjahr behandelte das Team der Orthopädie des St. Vincenz-Krankenhauses eine kleine Patientin, die in ihrem jungen Leben schon viel verkraften musste: Die 12-jährige Mursal aus einer kleinen Provinz in Afghanistan wuchs zwischen Krieg und Terror auf. Schon vier Jahre lang litt sie massiv an einer Kriegsverletzung – ein Granatsplitter im rechten Knie richtete erheblichen Schaden an. Das St. Vincenz-Krankenhaus übernahm die Operationskos-ten und gab Mursal ihren Lebensmut wieder.

Mursals Unterstützer freuen sich über die erfolgreiche OP.

Das Schicksal des kleinen Mädchens hat die Mitarbeiter des St. Vincenz-Krankenhauses tief bewegt. Als im Herbst letzten Jahres die Anfrage des Vereins „Kinder brauchen uns“ (KBU) e.V. kam, erklärten sich Dr. Lutz Mahlke, Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sporttraumatologie und Michael Wandt, erfahrenerer Kinderorthopäde, sofort bereit Mursal gemeinsam zu operieren. „Durch den Granatsplitter kam es zu einem Fehlwachstum ihres Beines. Mursal konnte kaum laufen, da ihr rechtes Bein sechs Zentimeter kürzer war. Ohne eine OP hätte sich das X-Bein und die Beinverkürzung immer weiter ausgeprägt“, er-klärt Dr. Mahlke.
Die Freude und das Staunen war im St. Vincenz-Team daher groß, als sie ihre kleine Patientin nach der erfolgreichen Operation nun wiedersahen: „Wir trafen ein aufgeschlossenes Mädchen wieder, das selbstständig laufen konnte. Doch ihre Behandlung ist noch nicht abgeschlossen. Wir begleiten die Kleine weiterhin und werden sie regelmäßig untersuchen.“ Nicht nur das Team rund um Dr. Mahlke machte möglich, Mursals Leben zu verändern: Orthopädie-Schuhtechnik Franz-Josef Stiensmeier und das Sanitätshaus Brinkmann rüsteten Mursal mit mehreren Orthesen und einem Kinderrollstuhl aus. Die ambulanten Therapie-Kosten übernahm der Rotary-Club Paderborn.
Die Zeit in Deutschland verbrachte Mursal bei einer Gastfamilie in Göttingen. Der Dolmet-scher und Mitglied des Vereins KBU Mirvais Karsai begleitete sie auf ihrer Reise und stand ihr zusätzlich zur Seite: „Die Familie in Afghanistan ist unheimlich dankbar für die Hilfe aus Deutschland. Denn die medizinische Versorgung in Afghanistan ist katastrophal. In der Kin-derklinik Kabul nisten im OP-Bereich Tauben. Das sind Zustände, die man sich kaum vorstel-len kann. Ein Kind mit Handicap bedeutet für die mittelosen Eltern oft eine lebenslange Last.“ Denn auf Grund ihrer Behinderung hatte Mursal kaum Perspektiven. „Wir freuen uns alle darauf, Mursal weiter zu begleiten. Wir hoffen, dass sich ihr Traum erfüllen wird und sie bald die Schule besuchen kann“, so Mursals Unterstützer.

Bildunterzeile:
Von links: Mirvais Karsai (Verein „Kinder brauchen uns“ (KBU) e.V), die kleine Patientin Mur-sal, Michael Wandt (Orthopäde und Kinderorthopäde) und Dr. Lutz Mahlke (Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sporttraumatologie). Foto: St. Vincenz-Krankenhaus