Internationaler Inkontinenztag: Spezialambulanz in der Frauenklinik

Blasenschwäche ist sehr gut behandelbar

Die Inkontinenz bzw. Beckenbodenschwäche ist in der Gesellschaft weiterhin ein Tabuthema – dabei gibt es deutschlandweit sechs bis acht Millionen Betroffene. Zum Internationalen Inkontinenztag am 30. Juni möchte Prof. Dr. Michael Patrick Lux, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe in der Frauenklinik St. Louise in Paderborn und im St. Josefs-Krankenhaus Salzkotten, den Betroffenen Mut zusprechen: „Wer sein Schamgefühl ablegt und sich für einen frühzeitigen Arztbesuch entscheidet, wird belohnt. Durch eine Therapie gelingt es eigentlich immer, eine Heilung oder zumindest eine spürbare Besserung der Beschwerden zu erzielen. Es muss nicht immer eine OP sein − auch konservative Therapien sind je nach Beschwerdebild und Ursache möglich.“

Abgang von Urin, noch bevor man die Toilette erreichen kann, plötzlicher Urinverlust beim Heben eines Gegenstandes, oft auch kombiniert mit einem Druck-oder Fremdkörpergefühl in der Scheide, sind Symptome einer Inkontinenz und belasten den Alltag schwer. Ungewollter Urinverlust kann ganz unterschiedliche Ursachen haben: eine angeborene Bindegewebsschwäche, die Reizblase, Ernährungsgewohnheiten, Belastungen des Beckenbodens, beispielsweise durch Schwangerschaften, Geburten oder körperlicher Arbeit. Das Leiden trifft nicht nur die ältere Generation: 15 bis 35 Prozent der Frauen erkranken bereits in jungen Jahren an einer Blasenschwäche. Das Team der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe hat die Spezialambulanz Inkontinenz und Beckenbodenschwäche des Beckenbodenzentrums in der Frauenklinik nun fest etabliert, um maßgeschneiderte Therapien für die individuellen Bedürfnisse der Frauen anzubieten. Die leitende Oberärztin Alexandra Jené und die Urogynäkologin Dr. Birgit Kohlschein sind die Koordinatorinnen des Beckenbodenzentrums und führen die Sprechstunden durch. Aus ihren langjährigen Erfahrungen wissen sie: „Vielen Frauen ist das Thema Blasenschwäche peinlich. Doch ein offenes und vertrauensvolles Gespräch mit einer Spezialistin bzw. einem Spezialisten ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Therapie.“ Neben dem ausführlichen Gespräch über die Beschwerden und speziellen Untersuchungen der Harnblase, werden die möglichen Vor- und Nachteile jeder Therapie gemeinsam mit der Patientin diskutiert. „Unser erstes Ziel ist es immer, die Beschwerden ohne eine Operation zu lindern. Wir schöpfen zunächst die medikamentöse Therapie aus und setzen auf physiotherapeutische Trainings des Beckenbodens. Sollten konservative Maßnahmen keinen Erfolg bringen, greifen wir auf schonende, minimal-invasive Eingriffe mit nur kleinen Schnitten oder per Bauchspiegelung zurück.“

Interessierte können sich für die Sprechstundentermine unter Tel. 05251/86-4900 oder 05258/10-311 melden.

Zur Seite des Beckenbodenzentrums