Mehr als ein Jahrhundert im Dienst der Patienten

Seine Wurzeln hat das St. Josefs-Krankenhaus im Jahr 1881: Im Josefshaus gegenüber dem Klostergebäude hatte die Kongregation der Franziskanerinnen Salzkotten bis zu diesem Zeitpunkt ein Waisenhaus unterhalten, das 1881 in ein Krankenhaus umfunktioniert wurde.

1914 wurde der Grundstein für eine Erweiterung des Hauses gelegt. Jedoch stockten die Baumaßnahmen mit Beginn des Ersten Weltkrieges, so dass der Anbau erst 1918 durch Bischof Dr. Schulte geweiht und in Betrieb genommen werden konnte. Im Jahr 1920 gründete der Orden mit staatlicher Genehmigung eine Krankenpflegeschule im Josefshaus Salzkotten.

In den Wirren des 2. Weltkrieges wurde das Krankenhaus immer wieder von verschiedenen Kriegsparteien vereinnahmt. Erst 1950 konnten die Franziskanerinnen die heruntergekommenen Räume nach dem Abzug der Alliierten aus dem Krankenhaus wieder übernehmen und herrichten. Die baulichen Maßnahmen, die aufgrund der Kriegsschäden notwendig geworden waren, wurden fertig gestellt, neue Apparate angeschafft.

Auf Dauer konnte das alte Gebäude dem wachsenden Platzbedarf und den Ansprüchen an ein modernes Krankenhaus jedoch nicht mehr gerecht werden. Im Jahr 1961 erfolgte die Beschlussfassung zum Neubau des Krankenhauses, das durch die Franziskanerinnen auf dem 9,5 Morgen großen Grundstück "Auf der Ewert" errichtet wurde. 1967 wurde an der Dr.-Krismann-Straße das neue Wohnheim für Ordensschwestern und Schülerinnen eingeweiht und bezogen. Am 6. Dezember 1968 folgte durch Kardinal Lorenz Jäger die Einweihung des neuen Krankenhauses. Ein nach den modernsten Erkenntnissen eingerichtetes Krankenhaus, das mit der Einweihung seinen heutigen Namen erhielt: St. Josefs-Krankenhaus. In der Zwischenzeit, 1965, war noch eine Pflegevorschule eröffnet worden.

Kontinuierlich wurde das Salzkottener Krankenhaus in den folgenden Jahren ausgebaut: Am 15. August 1980 erfolgte die Einweihung einer Intensivstation mit acht Betten. 1992 eröffnete eine Schule für Krankenpflegehilfe. 1996 wurde am St. Josefs-Krankenhaus ein Ambulantes Pflegezentrum eröffnet.

Im Jahr 2002 gibt die St. Josefs-Krankenhaus gem. GmbH Salzkotten eine 60%-Beteiligung an die St. Vincenz-Krankenhaus GmbH Paderborn.

Nach mehreren Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen, zuletzt im Jahr 2010 der Anbau eines Bettenhauses mit 38 Stellplätzen, ist das St. Josefs-Krankenhaus heute eine moderne Einrichtung mit 222 Betten, fünf Haupt- und drei Belegabteilungen sowie einer interdisziplinären Intensivstation. Noch immer gilt für uns der Gründungsauftrag der Gemeinschaft aus dem Jahre 1860: "Dienen und Heilen". Die Gründerin, Mutter M. Clara Pfänder, verpflichtet die Schwestern der Gemeinschaft, sich der Herausforderung zu stellen, zeitgemäße Antworten auf aktuelle Fragen zu geben. Mit diesem Auftrag passten sich die Dienste im Laufe der Geschichte ständig an, wurden weiterentwickelt und bleiben somit stets auf einem modernen Stand.

Im September 2013 übergab die Kongregation der Franziskanerinnen Salzkotten ihre Gesellschaftsanteile an der St. Josefs-Krankenhaus gem. GmbH komplett an die St. Vincenz-Krankenhaus GmbH. So ist ein starker Verbund entstanden, der beiden Häusern nicht nur wirtschaftliche Vorteile und wertvolle Synergieeffekte, sondern vor allem einen fruchtbaren medizinischen Austausch zum Wohle der Patienten bringt. Seit dem 20. Mai 2014 gibt es nur noch die St. Vincenz-Krankenhaus GmbH in Paderborn, die St. Josefs-Krankenhaus gem. GmbH ist erloschen.

Im weiteren Verlauf des Jahres 2014 haben die Gremien des St. Vincenz-Krankenhauses Paderborn und des St. Josefs-Krankenhauses Salzkotten die Zusammenführung zu einem Plankrankenhaus beschlossen und dies mit Unterstützung der Bezirksregierung Detmold umgesetzt. Das St. Josefs-Krankenhaus Salzkotten ist damit Betriebsstätte des St. Vincenz-Krankenhauses. Mit der planungsrechtlichen Zusammenführung wollen die beiden Krankenhäuser auch weiterhin als qualifizierter Gesundheitsdienstleister von ihren Patientinnen und Patienten in der Region wahrgenommen werden. Aufgrund der großen Beliebtheit des St. Josefs-Krankenhauses in der Region und auch bei den Mitarbeitern, ist man bestrebt, trotz des Zusammenschlusses möglichst wenig im Haus zu verändern.