Möglicher Eingriff für Patienten mit Impingement der Hüfte

Ziel der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sporttraumatologie ist es, vor dem Einsetzen eines Gelenkimplantats alle gelenkerhaltenden Maßnahmen auszuschöpfen. Eine davon ist die „arthroskopisch assistierte Mini-open Operation“ beim sogenannten Impingement der Hüfte, ein Verfahren speziell für junge Hüftpatienten zwischen 20 und 50 Jahren. Das St. Josefs-Krankenhaus ist das einzige Krankenhaus in Ostwestfalen, das diese Operationstechnik anbietet.

Das Impingement-Hüfte-Syndrom bezeichnet eine schmerzhafte Verengung des Hüftgelenkspaltes. Es kommt zu einem knöchernen Anschlagen zwischen dem Schenkelhals des Oberschenkelknochens und der Gelenklippe der Hüftpfanne. Typischerweise treten Beschwerden in der Leiste nach längerer sportlicher Belastung oder längerem Sitzen bei gebeugter Hüfte auf. Gelegentlich strahlen die Schmerzen in den Oberschenkel bis hin zum Knie aus, auch die Beweglichkeit des Hüftgelenks kann eingeschränkt sein. Insbesondere die Drehung nach innen fällt schwer.

Wenn eine konservative Therapie nicht mehr hilft, ist eine Operation angezeigt. Die Veränderungen am Knochen und ihre Folgen lassen sich durch eine Hüft-Arthroskopie oder, wenn diese aufgrund der anatomischen Voraussetzungen nicht (mehr) möglich ist, durch die arthroskopisch assistierte Miniopen Operation behandeln.

Der Chirurg legt dabei einen circa 6 bis 8 Zentimeter langen Schnitt an und hält die Muskulatur schonend beiseite, um das Gelenk zu erreichen. Nach dem Eröffnen der Kapsel, kann der Spezialist die entsprechende Fehlstellung beseitigen. Noch während der Operation wird überprüft, wie die Beweglichkeit des Hüftgelenkes ist und an welcher Stelle noch knöcherne Hindernisse sind. Der Eingriff dauert circa 1 bis 1,5 Stunden. In der Regel darf der Patient nach dem Eingriff das operierte Bein voll belasten und passiv alle Bewegungen durchführen. Leichte Sportarten wie Fahrradfahren und Schwimmen können nach drei bis vier Wochen begonnen werden, Kontaktsportarten nach zwölf Wochen.

Die Mini-open Operation zur Behandlung des Hüftimpingements bietet eine Ergänzung zur Hüft-Arthroskopie, wenn das Gelenk noch erhalten werden kann. Inzwischen bildet Ezechieli, der das Verfahren bei dessen Erfinder an der Universitätsklinik in Barcelona erlernt hat, selber national und international Ärzte in dieser Technik aus, früher an der Universitätsklinik Hannover, jetzt als Chefarzt am St. Josefs-Krankenhaus Salzkotten.


Video-Interview mit Chefarzt Dr. Ezechieli