Krebserkrankungen

Bei Verdacht auf bösartige Veränderungen des inneren oder äußeren Genitale sowie der Brust kann Sie Ihr Frauenarzt zunächst ambulant bei uns vorstellen, um das weitere Vorgehen gemeinsam festzulegen. Auch eine sofortige stationäre Aufnahme zur weiteren Abklärung ist möglich.

Gebärmutterhals

Veränderungen am Gebärmutterhals fallen am häufigsten bei den Ihnen bekannten Zellabstrichen im Rahmen der Krebsfrüherkennungsuntersuchungen durch den Frauenarzt auf. Ist eine feingewebliche Untersuchung erforderlich, wird in der Regel ein keilförmiges Gewebsstück aus dem Gebärmutterhals entfernt und eine Ausschabung durchgeführt. Dieser Eingriff findet in Narkose statt. Bei am Muttermund bereits sichtbaren Anomalien kann ggf. auch gezielt eine kleine Gewebeprobe entnommen werden. Falls eine ausgedehnte Operation bei Gebärmutterhalskrebs notwendig werden sollte, so kann diese bei uns durchgeführt werden. Für eine im Einzelfall empfehlenswerte Nachbestrahlung kommen die entsprechenden Fachabteilungen in Paderborn und Lippstadt in Frage, mit denen wir zusammenarbeiten. Entscheidet man sich für eine Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie als Nachbehandlung, kann die Chemotherapie auf Wunsch bei uns durchgeführt werden.

Gebärmutterkörper

Veränderungen der Schleimhaut des Gebärmutterkörpers fallen meist entweder durch Blutungen nach der letzten Regelblutung oder durch beim Ultraschall sichtbare verdächtige Strukturen in der Gebärmutterhöhle auf. Die weitere Abklärung erfolgt üblicherweise durch eine Gebärmutterspiegelung mit Ausschabung in Narkose. Liegt ein Krebs der Gebärmutterkörperschleimhaut vor, so wird eine an Art und Ausdehnung der Erkrankung angepasste Operation vorgenommen. Sollte eine Nachbestrahlung sinnvoll sein, kann diese entweder in Paderborn oder in Lippstadt durchgeführt werden. Eine hier eher selten angezeigte Chemotherapie kann bei uns erfolgen.

Eierstock

Frühsymptome bei Veränderungen an den Eierstöcken gibt es nicht. Beschwerden treten meist erst in fortgeschritteneren Stadien auf. Ein entsprechender Verdacht in frühen Stadien entsteht daher in der Regel durch eine Ultraschalluntersuchung, deren Befund dann zu einer operativen Abklärung führt. Während im Frühstadium bei jüngeren Patientinnen evtl. ein eingeschränkter Eingriff mit Erhalt der Fertilität möglich ist, ist sonst eine größere Operation mit Entfernung möglichst allen Tumorgewebes notwendig. Von Frühfällen abgesehen ist immer auch eine chemotherapeutische Nachbehandlung erforderlich. In bestimmten Fällen kann es auch sinnvoll sein, einen Teil der Chemotherapie vor der großen Operation durchzuführen, um evtl. schonender operieren zu können. Alle Therapieschritte werden bei uns angeboten.

Äußeres Genitale

Von bösartigen Veränderungen des äußeren Genitale sind vor allem ältere Patientinnen betroffen. Wegen der guten Erreichbarkeit lassen sich sichtbare verdächtige Herde leicht durch eine kleine Gewebsentnahme feingeweblich abklären. Von Frühfällen abgesehen, bei denen eine lokale Tumorentfernung mit einem gewissen Sicherheitsabstand ausreichend ist, besteht die operative Therapie in der Entfernung des ganzen oder eines Teils des äußeren Genitale sowie in der Entnahme von Lymphknoten aus benachbarten Lymphknotenstationen. Manchmal ist wegen schlechten Allgemeinzustandes der meist älteren Patientinnen eine Einschränkung der Operation notwendig. Während die operative Therapie bei uns durchgeführt wird, könnte eine in manchen Fällen ratsame Nachbestrahlung in Paderborn oder Lippstadt erfolgen.

Brust

Bei von der Patientin selbst oder vom Frauenarzt getasteten Knoten in der Brust erfolgt zunächst eine Ultraschalluntersuchung zur Gewinnung weiterer Informationen. In manchen Fällen lässt sich dadurch der Sachverhalt bereits klären (z.B. bei einfachen Zysten). Ansonsten wird zusätzlich eine Mammographie (Röntgenuntersuchung der Brust) erforderlich. Ist eine feingewebliche Abklärung angezeigt, so wird diese in der Regel durch eine Stanzbiopsie unter Ultraschallsicht in örtlicher Betäubung vorgenommen. Auch bei nicht tastbaren, aber im Ultraschall sichtbaren Herden kann so eine solche Stanzbiopsie durchgeführt werden. Ist eine Veränderung nur mammographisch erkennbar (z.B. Mikrokalk), kann diese unter Rö.-Kontrolle markiert und anschließend in Narkose entfernt werden. Alternativ kommt hier auch eine sogen. Vakuumbiopsie unter einer relativ aufwendigen radiologischen Kontrolle in Frage.
Liefern Ultraschall und/oder Mammographie einen unklaren Befund, aufgrund dessen allein man sich noch nicht zur feingeweblichen Untersuchung entschließt, kann im Einzelfall eine weitergehende bildgebende Abklärung, z.B. durch Kernspintomographie, sinnvoll sein.
Ist ein bösartiger Tumor nachgewiesen, so ist in den meisten Fällen eine brusterhaltende Operation möglich, ohne dass dadurch das Risiko eines Rückfalls erhöht wird. Eine Nachbestrahlung ist dann immer Bestandteil der Therapie. Manchmal ist eine Brustentfernung allerdings nicht vermeidbar. Auch dann kann zusätzlich eine Nachbestrahlung der Brustwand angezeigt sein. Wird ein Wiederaufbau der Brust gewünscht, erfolgt dies entweder sofort nach der Brustentfernung in derselben Narkose oder in einem zweiten Schritt zu einem von der Patientin gewünschten Zeitpunkt. Meist werden zur Prognoseabschätzung Lymphknoten aus der Achselhöhle während der Brustkrebsoperation entnommen. Bei kleineren Tumoren und gleichzeitig fehlendem Hinweis auf vergrößerte axilläre Lymphknoten besteht die Möglichkeit, durch nuklearmedizinische und farbstoffgestützte Methoden den oder die dem Tumor am nächsten liegenden Lymphknoten aufzufinden und gezielt zu entfernen (sogen. Sentinel-Lymphknoten). Da man weiß, dass bei Tumorfreiheit dieses bzw. dieser Lymphknoten ein Befall anderer weiterer vom Tumor entfernt liegender Lymphknoten unwahrscheinlich ist, wird bei diesem Verfahren die sonst übliche Entnahme weiterer axillärer Lymphknoten nur dann durchgeführt, wenn mindestens in einem Sentinel-Lymphknoten Tumorgewebe nachweisbar ist.
Insbesondere bei älteren Patientinnen ohne tastbare oder im Ultraschall sichtbare vergrößerte Lymphknoten in der Achselhöhle kann durchaus auch das Unterlassen jeglicher Lymphknotenentfernung diskutiert werden.
Chemotherapeutische Nachbehandlungen einschl. neuerer Therapieformen (z.B. Antikörpertherapie mit Trastuzumab) können in unserer onkologischen Ambulanz erfolgen.

Brustoperationen

Sie können sich auch beim Wunsch nach formverändernden Operationen an der Brust in unserer speziellen Sprechstunde melden. Dies betrifft die Brustverkleinerung, das reine Lifting der nicht vergrößerten Hängebrust, die Brustvergrößerung mit modernen Implantaten, die vergrößernden und/oder verkleinernden Eingriffe bei Brustasymmetrien sowie die Korrektur bestimmter Fehlformen. Es erfolgt zunächst ein Gespräch über Ihre Wünsche und Vorstellungen. Nach einer körperlichen Untersuchung werden die operativen Möglichkeiten und Risiken diskutiert. Ggf. kann mit Hilfe ärztlicher Atteste eine Kostenübernahme für die Operation durch die Krankenkasse beantragt werden. Steht der Entschluss zur Operation fest und ist die Kostenübernahme geregelt, kann nach evtl. notwendigen vorbereitenden Maßnahmen (z.B. Mammographie vor Brustverkleinerung) ein Termin zur stationären Aufnahme vereinbart werden.

Brustsprechstunde

Bei allen Fragen hinsichtlich Erkrankungen der Brust können Sie sich ambulant bei uns vorstellen. 

Ambulante Chemotherapie

Wir haben die Möglichkeit, chemotherapeutische Behandlungen bei bösartigen Tumoren des Genitale oder der Brust in ambulanter Form durchzuführen. In Ausnahmefällen kann auch eine stationäre Chemotherapie in Frage kommen. Die Behandlungen finden abseits des normalen stationären Krankenhausbetriebs in speziellen Räumen statt, wo die Patientinnen von Ärzten und speziell geschulten Krankenschwestern betreut werden.

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