Herzlich willkommen in unserem Kreißsaal!

Die Geburt Ihres Babys kündigt sich an. Dieses besondere Ereignis möchten wir so individuell und sanft wie möglich für Sie gestalten. Dabei sind auch die werdenden Väter gern gesehen. Wir bitten Sie, sich 4-6 Wochen vor der Geburt schon einmal bei uns vorzustellen. Jeweils montags von 15:00 – 17:00 Uhr und mittswochs von 10:00 bis 12:00 Uhr können Sie sich bei unseren Hebammen zur Geburt anmelden. Dann werden Ihre Daten, Ihre Krankengeschichte und der Verlauf früherer Schwangerschaften und Geburten erfragt. Außerdem können besondere Wünsche geäußert und Fragen beantwortet werden. Bei medizinischen Besonderheiten, die im Vorfeld geklärt werden sollten, steht auch ein Arzt zur "Geburtsplanung" zur Verfügung. Dadurch können viele Fragen schon vorher geklärt werden. Wenn Sie dann mit Wehen zu uns kommen, können Sie sich ganz auf die Geburt konzentrieren.
Wann sollten Sie zu uns kommen? Grundsätzlich gilt: wenn Sie regelmäßig Wehen haben oder Fruchtwasser abgeht oder eine Blutung einsetzt, sollten Sie sich im Kreißsaal vorstellen. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie zu uns kommen sollten, können Sie uns immer telefonisch erreichen unter: 05258/10-0 oder –319.

Im Kreißsaal erwartet Sie rund um die Uhr eine Hebamme. Eine weitere ist in Bereitschaft, wenn mehrere Frauen gleichzeitig zur Geburt kommen. Außerdem sind ein Frauenarzt und ein Anästhesist jederzeit im Hause. Ein Oberarzt oder der Chefarzt der Gynäkologie sind ebenfalls ständig in Bereitschaft, um in einer Notsituation schnelles Handeln möglich zu machen. Bei der Geburt ist immer ein Arzt neben dran.
Wenn Sie die Hebamme in Empfang genommen hat, werden zunächst die kindlichen Herztöne und die Wehentätigkeit durch den Wehenschreiber (CTG) kontrolliert. Außerdem erfolgt eine vaginale Untersuchung, Blutdruck-, Puls- und Temperaturkontrolle. In jedem Fall wird bei Aufnahme der Arzt informiert, der die gesamten Befunde beurteilt und eine Ultraschalluntersuchung durchführt.

Dabei werden die Lage des Kindes, die Fruchtwassermenge und der Sitz der Plazenta beurteilt. Je nach Stand der Geburt können Sie sich dann noch etwas bewegen, z.B.: einen Spaziergang in unserem Park machen, ein Entspannungsbad nehmen oder sich aber auch in einem unserer Kreißsäle ausruhen.

Sagen Sie uns, wonach Sie sich fühlen. Je mehr Sie Ihre Wünsche mitteilen, desto mehr wird Ihre Geburt nach Ihren Vorstellungen ablaufen. Es stehen 3 Kreißsäle, 2 davon mit Gebärbadewanne, und ein Wehenzimmer zu Ihrer Verfügung.
Während der Wehen kann körperliche Bewegung sehr hilfreich sein, wie z.B.: kreisende Bewegungen auf dem Pezzi-Ball. Vielleicht bevorzugen Sie eine aufrechte Position. Dazu stehen das Seil oder auch die Sprossenwand zur Verfügung. Probieren Sie aus, was Ihnen angenehm ist und gut tut.

Bringen Sie Ihre Lieblings-CD’s mit. In jedem Kreißsaal steht ein CD-Player zur Verfügung, damit Sie sich eine persönliche Atmosphäre schaffen können.
Auch für die Geburt stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. In unseren Räumen können Sie auf modernen Entbindungsbetten in halbsitzender Position, Seitenlage oder Vierfüßlerstand entbinden. Vielleicht ist aber auch eine aufrechte Haltung am Seil oder auf dem Gebärhocker für Sie der richtige Weg, Ihr Kind auf die Welt zu bringen. Außerdem bieten wir die Möglichkeit der Wassergeburt. Unter der Voraussetzung, dass es Ihnen und Ihrem Kind im Wasser gut geht, ist dies eine schöne alternative zur Geburt "an Land".

Zur Erleichterung der Geburtsschmerzen haben wir verschiedene Möglichkeiten. Das Spektrum reicht von Entspannungsübungen und Massagen über Akupunktur und Homöopathie bis hin zur Schmerzspritze und rückenmarksnahen Anästhesie (PDA). (Siehe hierzu Stichwort "Schmerzlinderung".)

Wir möchten mit unseren Überwachungsmaßnahmen wie CTG-Kontrollen Ihrer Bewegungsfreiheit so wenig Grenzen wie möglich setzen, um Ihnen ein selbst bestimmtes Geburtserlebnis zu ermöglichen. Unter der Voraussetzung, dass Mutter und Kind wohl auf sind, können diese Kontrollen während der Phase der Muttermundseröffnung in größeren Abständen durchgeführt werden. So können Sie, wenn Sie möchten, durch körperliche Bewegung den Geburtsfortschritt selbst beeinflussen.
Sollten die Herztöne des Kindes jedoch Auffälligkeiten zeigen wird dauerhaft ein CTG geschrieben. Als weiterer Parameter zur Einschätzung des kindlichen Befindens kann eine Blutuntersuchung beim Kind erfolgen. Bei einer vaginalen Untersuchung werden ein paar Tropfen Blut vom Kind entnommen – ähnlich wie bei einer Blutzuckermessung am Finger. So kann der Sauerstoffgehalt im kindlichen Blut geprüft werden. Anhand des Ergebnisses kann dann entschieden werden, ob das Baby normal zur Welt kommen kann oder ob ärztliche Hilfe wie eine Saugglockenentbindung, Zangenentbindung oder ein Kaiserschnitt (s. auch Stichwort "Kaiserschnitt") notwendig sind.

Die ersten Stunden mit Ihrem Kind möchten wir so wenig wie möglich stören. Dies sollte eine intensive Zeit des Kennenlernens zwischen Ihnen und Ihrem Kind sein. In aller Regel wird Ihnen das Baby direkt nach der Geburt auf den Bauch gelegt. Dort kann es Ihre Körperwärme spüren, Ihren Geruch aufnehmen und vertraute Geräusche wie die Stimmen der Eltern, die es schon aus dem Mutterleib kennt, hören. Wir möchten so das "Bonding" (Eltern-Kind-Bindung) in den ersten Lebensstunden fördern. Sollten Sie einen Kaiserschnitt bekommen, kann diese Rolle auch der Vater des Kindes übernehmen. Auch er kann das Kind auf dem Bauch wärmen und ihm in der ersten Zeit nach der Geburt Geborgenheit und Nähe geben. Die erste Untersuchung Ihres Kindes (U1) wird dann auf dem Bauch der Mutter oder des Vaters durchgeführt. Wenn Sie Ihr Kind stillen möchten, können Sie es noch im Kreißsaal mit Hilfe unserer Hebammen anlegen. Erst danach wird das Baby gewogen und gemessen.

Sollte Ihr Kind jedoch Anpassungsschwierigkeiten haben, wird es zunächst von unseren Ärzten untersucht. Wenn es notwendig sein sollte, steht rund um die Uhr ein Kinderarztteam des St. Vincenz-Krankenhauses bereit, um Ihr Kind zu versorgen (www.vincenz.de). Sollte eine stationäre Behandlung notwendig sein, kann Ihr Kind unverzüglich in die dortige Kinderklinik verlegt werden. (Auf Wunsch kann auch eine andere Kinderklinik für die Behandlung Ihres Babys hinzu gezogen werden.)
Dies ist erfreulicherweise nur bei einem sehr geringen Prozentsatz der Neugeborenen nötig. Die weitaus meisten Kinder starten gesund und munter ins Leben.
Ist die Entbindung komplikationslos verlaufen und Mutter und Kind sind wohlauf, können Sie auch "ambulant" entbinden. Das heißt, nach vierstündiger Überwachung im Kreißsaal können Sie schon wieder nach Hause gehen. Für diesen Fall sollten Sie aber eine Hebamme für die Nachsorge daheim haben und Ihren Kinderarzt vorab informieren. Dieser sollte etwa am 3. Lebenstag die U2 und das "Neugeborenen-Screening" (Blutuntersuchung auf angeborene Stoffwechselerkrankungen) durchführen.

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